RWTH Aachen
Fakultät Architektur

Gottfried Böhm
zum 100. Geburtstag

Ausstellung
Vorträge

nächstes

Herz-Jesu-Kirche, Bergisch Gladbach, 1959–60
bearbeitet von Niklas Haeggmark

Die Fotografie setzt sich vor allem mit dem ersten Eindruck und den relativ einfachen verwendeten Geometrien auseinander. Die Mauer, dieses eigentlich denkbar einfache Element, ragt weit empor und formt einen schützenden Wall, hinter dem die aus Zylindern und Kegeln bestehenden Kirchtürme erscheinen. Der kleine Kegel über dem Eingangstor zeigt dabei im Kleinen das Erscheinungsbild der größeren Türme, da hier der Zylinder vollständig zu erkennen ist.

Die Zeichnung setzt sich im Gegensatz zu der Fotografie mit den Räumlichkeiten der Kirche auseinander. Scheinbar wahllos verteilen sich die Kreise im Grundriss der Kirche, bei näherer Betrachtung erkennt man jedoch ein System in der Verteilung. Aufbauend auf einem klaren, quadratischen Raster sind die verschiedenen Türme bewusst so platziert, dass kaum erkennbare Achsen und Beziehungen entstehen, dabei aber Räume geschaffen werden, die eine große Spannung entfalten. Diese verjüngen oder vergrößern sich in verschiedene Richtungen durch asymmetrische Platzierung der Turmzylinder in ihnen.

Im Modell findet ein Spiel zwischen der Fotografie und der Zeichnung statt. Die räumliche Anordnung und die Proportionen der Türme aus der Zeichnung werden aufgegriffen, der Fokus liegt aber wieder wie in dem Foto, auf den Geometrien und dem Erscheinungsbild. Das Modell experimentiert damit, die etwas schwer und massiv wirkenden Türme leichter erscheinen zu lassen und durch die gespannten Fäden die Formen freier und dynamischer wirken zu lassen.

Beitrag von Niklas Haeggmark

Pfarrkirche Herz Jesu, 1957–60
Niklas Haeggmark

Rathaus und Kulturzentrum, Bocholt, 1970–77 
bearbeitet von Clara Noëmi Preisler

Das Rathaus Bocholt ist eine Insel, eine Art Schiff, bestehend aus einem „Oben“ und einem „Unten“, ein Stahlgerüst, das auf einem Backsteinsockel steht. Im grünen Stahlgerüst befinden sich die Büros des Rathauses und die sichtbare technische Ausstattung. Der rote Sockel ist das Fundament des Rathauses. Seine Oberfläche ist strukturiert durch Treppenlinien und Mauern, die im 45°-Winkel zueinander verlaufen und unter anderem einen inneren Versammlungsplatz im Eingangsbereich bilden. Die Straßenlaternen führen (ursprünglich aus dem Außenraum) durch das Rathaus.
Das Foto zeigt den Eingangsbereich mit Sockel, Stahlgerüst, Technik und Laterne. Der Mensch fungiert als Maßstab.

Der realitätsnahe Schnitt reduziert sich auf die wichtigsten Elemente im Foto. Sie werden verstärkt und übertrieben. Der vertikale Weg durch das Gebäude wird durch die Laternen gezeigt und die gedrehte Darstellung der Treppe verdeutlicht.

Das Tonmodell konzentriert sich auf die Beschaffenheit des Sockels. Es ist ein Quadrat, ausgeschnitten aus einer unendlichen Treppenlandschaft. Der obere Teil des Gebäudes wird angedeutet durch Abdrücke eines – ebenfalls nun richtungslosen – Stützenrasters.

Beitrag von Clara Noëmi Preisler

Rathaus Bocholt, 1970–77 
Clara Noëmi Preisler

Gemeindezentrum Auf der Höhe, Essen-Kettwig, 1973–83
bearbeitet von Victor von Jagwitz-Biegnitz

Betritt man die Anlage, fällt einem sofort auf, dass man einen in sich geschlossenen Organismus beritt. Dieser Organismus findet in den Hohlräumen eines Backsteinsockels statt, welcher wiederum von einem Stahlskelett bespielt wird, das ihn mit einer Empore ausstattet und unauffällig das leichte, über dem Organismus „schwebende“ Dach, trägt. Innerhalb dieses Organismus gibt es sowohl außen-, als auch Innenbereiche. Das Foto nimmt die beschriebene Vielfalt auf und gibt den finalen Eindruck wieder, den das Innere des Gebäudes auf den Besucher macht.

Das Modell thematisiert lediglich den Sockel, verschärft allerdings den Blick auf dessen Morphologie, indem es die wesentlichen, integrierten Elemente aufführt und sie auf abstrakte Weise kompositorisch in einen Dialog bringt.

Die Zeichnung nimmt das weitere wesentliche Konstruktionsprinzip hinzu, nämlich das des filigranen Stahlbaus, der das schwebende Dach und die leichten Emporen ermöglicht. Wichtig hierbei ist die Intention, die Beiden Prinzipien wirksam voneinander zu trennen und gewissermaßen die „Leichtigkeit der Filigranität“ in ihrer „Getragenheit von dem Sockel“ sichtbar werden zu lassen, den sie gleichzeitig schützt, bespielt und zu einem Leben ermöglichenden „Organismus“ werden lässt.

Beitrag von Victor von Jagwitz-Biegnitz

Gemeindezentrum Auf der Höhe, 1973–83
Victor von Jagwitz-Biegnitz

Kinderdorf Bethanien, Bergisch Gladbach, 1962–68
bearbeitet von Tazio Leoni

Um Gottfried Böhms Projekt für das Kinderdorf in Bergisch Gladbach zu verstehen hilft es, die Geschichte eines anderen Projektes zu kennen – die des ebenfalls von Böhm entwickelten Bensberger Rathauses. In der Tat lassen sich in Bergisch Gladbach städtebauliche und architektonische Elemente wiederfinden, die auch die Örtlichkeit des alten Bensberger Schlosses bestimmen. Helfen könnte auch eine Bemerkung über Louis Kahn, die Manfredo Tafuri und Francesco Dal Co 1976 in „Storia dell’Architettura Contemporanea“ formulieren: Kahn „öffnet den unbeschreiblichen Raum der Erzählung von der Nostalgie“. Im Vergleich der Lagepläne ist die Verwandschaft der beiden Projekte nicht abzustreiten; erweitert man den Fußabdruck des Bensberger Schlosses um dessen geschichtliche Entwicklung, wird diese Verwandschaft noch deutlicher. Man würde beinahe glauben, das eine ginge aus dem anderen hervor.

Nun möchte ich kurz diejenigen Elemente und Bauten benennen, die durch die Geschichte hindurch den Ort in Bensberg bestimmen. Ich beginne am unteren Rand des oberen Plans: Viele Häuser folgen dem Hang eines ovalen Hügels; dann der Burggraben; den Hügel hinaufsteigend kommt man zur den alten Mauern, durch die man dann und wann ins Innere blicken kann; im Inneren der Mauern damals das Schloss, heute das Rathaus, dessen ringförmiges Gebäude seinerseits einen Platz umschließt; auf diesem eine Kirche; auf der gegenüberliegenden Seite des Hügels definieren historische Bauten geschlossene städtische Räume.

Nun die „Akteure“ aus Bergisch Gladbach; ich beginne wieder am unteren Rand der Zeichnung. Viele Häuser folgen dem Verlauf einer Mauer, durch die man dann und wann hindurchblicken kann; hinter der Mauer queren kleine Brücken einen Graben; auf der begrünten Anhöhe positioniert sich „das Schloss“ (welches im Wesentlichen die Verwaltungsbauten, eine Poststelle und ein Geschäft aufnimmt) und seinerseits halbringförmig einen Platz umschließt; in dessen Mitte eine Kirche. Jenseits bilden einige weitere Bauten halböffentliche Höfe aus.

Böhm behandelt den Ort in Bergisch Gladbach, als hätte dieser keine bauliche Vorgeschichte. (Der Fußabdruck der alten Munitionsfabrik spielt in seinem Projekt keine Rolle; einzig der gemauerte Schornstein wird integriert). Böhms bauliche Intervention stellt sich als Gründungsakt dar. Er inszeniert einen Mythos, den Mythos der historischen Stadt, der mittelalterlichen Stadt, deren Akteure (das Schloss, den Graben, die Mauer, die Kirche,…) er hier wieder auftreten und auf charakteristische Art und Weise alte Werte verkörpern lässt. Abbilder alter Werte, die sich außerhalb ihres zeitlichen Kontextes jedoch fragil darstellen. Abbilder, in denen das Abgebildete sich zu verflüchtigen scheint.

Beitrag von Tazio Leoni

Kinderdorf Bethanien, 1962–68
Tazio Leoni

Landesamt für Datenverarbeitung & Statistik, Düsseldorf-Derendorf, 1969–76
bearbeitet von Eleni Papalouca

Das Gebäude sieht wie eine riesige, rostige Maschine aus, die aus dem Boden schießt. Es handelt sich hier um einem 16 geschossigen Stahlbetonbau, der durch seinen stufenförmige ansteigende Sockel, seinen außenliegende Lüftungsrohren und Treppen und seine rostige Fassade technisch und brachial wirkt. Gottfried Böhm setzt Platanen ein, die auf der tiefer gelegenen Ebene wachsen. Auf diese Weise befindet sich das Statistische Landesamt inmitten eines Meeres aus Baumkronen, das man nur über eine schmale Brücke überqueren kann.

Die Rohre werden größer und über die ganzen Fläche der Fassade geleitet. Das Tragwerk, die Erschließung und die Rohre für die Gebäudetechnik liegen außerhalb des Gebäudes. Die Zeichnung bringt die Funktion des Gebäudes in Spiel und sogar auf der Fassade. Das Verwaltungsgebäude zeigt, dass gerade besonders sachlich-rationalen Themen wie dem Zählen, Ordnen, Katalogisieren und dem Auswerten von Statistiken mit äußerster Phantasie entgegentreten werden kann.

Das Modell wurde auf der horizontale Ebene gearbeitet und die Rohre werden unter die Decke geleitet. Es geht um die Darstellung eines Deckenspiegels, wobei die Rohre noch größer werden. Sie gehen von dem Kern aus und werden durch kleineren Räume auf die Fassade weitergeleitet.

Beitrag von Eleni Papalouca

Landesamt für Datenverarbeitung & Statistik, 1969–76
Eleni Papalouca

Wallfahrtskirche Maria Königin des Friedens, Neviges, 1963–72
bearbeitet von Jonathan Burkard

(Außen)räume
Interessant ist, dass obwohl Böhm den dazu ausgeschriebenen Wettbewerb verloren hat, er nachträglich den Zuschlag bekommen hat. Der nahezu blinde Kölner Erzbischof Joseph Kardinal Frings tastete aufgrund seiner Sehschwäche alle Teilnehmermodelle ab und war derart begeistert von Böhms Entwurf, dass ein zweiter Wettbewerb ausgeschrieben wurde, bei dem Böhm gewann und mit der Ausführung begann. Bereits in der Vorgeschichte der Kirche spielten Oberflächen und Außenformen eine entscheidende Rolle für den Entwurf.

Das Dach der Kirche selbst hat eine klare Architektursprache, es lebt von polygonalen Flächen, die eine einzigartige Dachform bilden. Diese Flächen ziehen sich als vertikale, rechteckige Ebenen im Fassadenbereich fort, wodurch die ganzheitliche, polygonale Grundrissform entsteht. Über großflächige, rechteckige Elemente entsteht eine in sich runde Eingangsfassade, die über eine Auskragung über dem Eingangsbereich in den Raum des vorgelagerten Platzes greift, wodurch die Eingangsgeste betont und signalisiert wird. Im Gegenüberliegenden Verwaltungsbau entsteht ein ähnliches Motiv: Das Erdgeschoss wird eingerückt, sodass ein Laubengang entlang der Erschließung entsteht. Die Oberflächenformen hingegen, sprechen eine grundlegend andere Sprache als die des Doms. Konvexe Formen, markante, sich wiederholende, runde „Kanzeln“ zieren die Längsfassade.

Es stehen zwei Fassaden gegenüber, ungeachtet ihres Materials unterscheiden sie in Proportion, Maßstab, und Wirkung. Der Zwischenraum gewinnt durch die Vor- und Rücksprünge an Bedeutung, er leitet und priorisiert Raumkanten und zeigt auf wo sich Hauptfassadenseiten befinden. Der Außenraum wird durch viele verschiedene Aspekte, wie die Treppen, die Mauern und auch die hier analysierten Fassaden zum klar begrenzten Raum.

Beitrag von Jonathan Burkard

Wallfahrtskirche Neviges, 1963–72
Jonathan Burkard

Verwaltungsgebäude Züblin-Haus, Stuttgart-Vaihingen, 1981–85
bearbeitet von Lennart Meinert

Wenn man sich etwas näher mit dem Bauwerk beschäftigt findet man schnell heraus, dass das Gebäude einem Raster unterliegt, welches aus vorgefertigten Betonteilen resultiert. Diese, durch Eisenoxid leicht rötlich gefärbten Bauteile bilden die Grundlage für weitere Details, welche sich häufig zu Füßen der Besucher befinden und aufgrund dessen nicht immer bemerkt werden.

Es gibt hier insgesamt 17 Treppen, welche die Versprünge überbrücken. Hier ist zu beachten, dass sich auf dem Boden und um die Pflanzkübel, rote Bodenplatten befinden, welche das Raster der Fertigteile visualisieren und dadurch die Fläche gliedern. Das ist deshalb zu beachten, da sich die Treppen an diesem Raster Orientieren und teilweise zu einer Redundanz führen, die dennoch das Gesamtbild stärkt und vereinheitlicht.


Es ist leicht sich von den Vertikalen Elementen ablenken zu lassen und das horizontale zu übersehen. Doch wenn man sich etwas Zeit nimmt kann man vieles entdecken.

Beitrag von Lennart Meinert

Verwaltungsgebäude Züblin-Haus, 1981–85
Lennart Meinert

 

Wohnquartier Seeberg-Nord, Köln-Chorweiler, 1963–74
bearbeitet von Nicolas Pralong

Die Gebäude Böhms heben sich nicht nur durch ihren Formen- und Farbenreichtum, sondern auch durch ihre Architektursprache von der übrigen Chorweiler-Siedlung ab. Der teils viertelgekrümmte, teils L-förmige Platz mit Geschäften, einer Kneipe und einem Restaurant sowie einem freistehenden Treppenturm liegt südlich des Zentrums von Chorweiler. Das Zentrum des Wohnkomplexes ist in vier Teilen gebaut. Er wird im Westen von einem 9-stöckigen Gebäude begrenzt, das der Kurve des Platzes folgt.

Alle Gebäude der Wohnanlage sind Betonkonstruktionen mit Sichtbetonfassaden. Balkone mit rot lackierten Stahlprofilen legen ein filigranes Netz vor die Betonfassaden. Die Wohnungen sind weitgehend durchgehend konzipiert, so dass sie an zwei Himmelsrichtungen offen sind, so dass man den täglichen Lichtrhythmus in der Wohnung spüren kann. Der Gottfried-Böhm-Komplex zeichnet sich durch seine Orientierung an menschlichen Dimensionen aus.

Beitrag von Nicolas Pralong

Wohnquartier Seeberg-Nord, 1963–74
Nicolas Pralong

Wohnbebauung Talstraße, Saarbrücken, 1982
bearbeitet von Paul Lehmann-Dronke

Der Bau ergänzt ein bereits bestehendes, 4-geschossiges Parkhaus im Sinne des vorhandenen städtischen Charakters der Straße. So weitet ein Arkadengang vor dem Ladenbereich an der Straße den neuen Fußgängerbereich aus. Weil die verbleibende Fläche vor dem Garagentrakt sehr gering ist, erweitert ein Zwischengeschoss die Ladenzone. Den Kernbereich der Anlage bildet die Überbauung des Parkhauses mit Wohnungen und Maisonetten.

So entsteht zwischen Straßenzeile und Steilhang ein selbstständiger Wohnbereich mit inneren Wegen, Vorgärten und Vorhöfen. Die Wohnungen und ihre Grünzonen bilden eine direkte Verbindung mit dem begrünten Steilhang. Damit entsteht der Eindruck, der herabfallende Hang und die Wohnbebauung greifen ineinander.

Die Wegeachse unmittelbar hinter den Maisonettewohnungen bildet das Zentrum der Verzahnung. Es scheint, als halte lediglich die strenge, vorgesetzte Straßenfront die Natur auf, weiter in den Straßenzug einzudringen. Dabei verliert der darunterliegende Garagenteil vollends an Bedeutung. Die Verzahnung der beiden Bereiche rückt ins Zentrum des Bauwerks und erweckt das Gefühl eines natürlich entstandenen Wohndorfes unterhalb des Hanges.

Beitrag von Paul Lehmann-Dronke

Wohnbebauung Talstraße, 1982
Paul Lehmann-Dronke

Wallfahrtskirche Maria vom Sieg, Wigratzbad, 1972–76
bearbeitet von Michaël Aydogan

Neunzehn Sechsecke bilden mit einer Galerie eine Hierarchie zwischen Landschaft und Altar. Die spezifische Geometrie lässt eine ungewöhnliche Atmosphäre entstehen und die metallische Struktur stellt die Frage, ob es sich bei dem Gebäude um eine Kirche oder eine industrielle Halle handelt.

Die Empore lässt unterschiedliche Räume entstehen. Das Modell ist von der Arbeit von Superstudio inspiriert. Durch Spiegel entsteht eine unendliche Matrix. Die Zeichnung zeigt die präzise Hierarchie von der Landschaft bis zum Altar, wie der Weg der Gläubigen, die bis nach Wigratzbad gereist sind.

Beitrag von Michaël Aydogan

Wallfahrtskirche Maria vom Sieg, 1972–76
Michaël Aydogan

Kauzenburg, Bad Kreuznach, 1970–71 
bearbeitet von David Dormagen

Der erhaltenene Rest des Burgrings der Kauzenburg wurde von Böhm als Sockel für eine Neuinterpretation von Burgzinnen verwendet, welche in Weinrot als kubistische Erker auf der Burgmauer thronen. Neben einem wieder aufgebauten Turm nordwestlich des Zentrums der Anlage, sowie eine Aussichtsplattform nordöstlichs, unweit der Burg, sind die charakteristischen Züge einer Burg in Böhms eigener Sprache präsentiert.


Für meine Interpretation des Bauwerkes fokussierte ich mich auf Böhms Erker und präsentiere diese in einem leicht abstrakten Ausschnitt als Modell sowie als Perspektive mit Schattierung. Die Erker sind zur Nahe und dem Tal in dem sich die Bad Kreuznacher Altstadt befindet hin ausgerichtet und somit das Demonstrativ der Burg und Böhms Architektur.

Beitrag von David Dormagen

Kauzenburg, 1970–71 
David Dormagen

Neue Stadtmitte Saarbrücken-Dudweiler, 1979–84
bearbeitet von Laurin Toussaint

Die neue Stadtmitte in Saarbrücken-Dudweiler besteht aus einem Bürgerhaus, einer Einkaufspassage und einem dazwischenliegenden Dorfanger, der im Entwurf auf beiden Seiten von zeilenartiger Wohnbebauung umgeben ist. Bezeichnend für letztere sind meiner Meinung nach das Spiel mit Freiflächen auf verschiedenen Ebenen, der Einsatz von massiven Brüstungen und leichten Geländern und Laternen, sowie die Reihung dieser Zeilen.

Das Modell beschäftigt sich mit der Reihung der einzelnen Blöcke sowie deren Versatz, der durch die Anordnung der Freiflächen und Außentreppen bestimmt wird. Die Zeichnung setzt sich mit der der Massivität, beziehungsweise Leichtigkeit der Anlage auseinander.

Beitrag von Laurin Toussaint

Neue Stadtmitte Dudweiler, 1979–84
Laurin Toussaint

Universitätsbibliothek Mannheim, 1987–88
bearbeitet von Daniela Schneider

In Zeiten der Postmoderne erschafft Böhm 1987-88 ein Gebäude aus Fertigbetonteilen, das hauptsächlich durch seinen altrosafarben pigmentierten Beton einen starken Bezug zu seinem städtebaulichen Umfeld, dem Mannheimer Schloss, herstellt. Im Erdgeschoss befindet sich ein Auditorium während die Obergeschosse eine Bibliothek beherbergen. Der geschlossene Baukörper soll die Bücher schützen und ihren Wert unterstreichen. Die lukenartigen Fenster steigern hierbei die Vergleichbarkeit zu einer Schatztruhe.

Die Darstellungen konzentrieren sich auf den Zwischenraum beider Bereiche, das Foyer des Gebäudes. Im Besonderen wird die skulpturale, aufstrebende Treppe und die Beziehung von Außen und Innen thematisiert. Die markanten Steinkugeln, teilweise von Böhm selbst gefertigt, treten als „schwebendes“ Verbindungselement aller drei Raumrichtungen auf. Weitere Aspekte derer sind die Schwerelosigkeit des oberen Baukörpers und die brückenähnliche Funktion des Zugangs zur Bibliothek.

Beitrag von Daniela Schneider

Universitätsbibliothek Mannheim, 1987–88
Daniela Schneider

Pfarrkirche St. Fronleichnam, Köln-Porz, 1956–59
bearbeitet von Anne Pelser

Nähert man sich der Kirche fallen die überdimensionale Pyramide auf dem Dach, der Eckturm mit Pfeilerkranz sowie die Betonstützen, welche die gesamte Kirche umrahmen, auf. Gerade diese Betonstützen bilden den Übergang zum Inneren des Baus. Dort wird der Kirchenraum durch die feinkannelierten Stützen aufgespannt. Die ungewohnte Kombination von den extrem filigranen Stützen und den von ihnen getragenen Dreiecksprismen aus Beton, die sich zu Arkadengängen zusammenschließen, lassen eine Zeltkonstruktion anmuten. Die Wände der Kirche weisen ebenfalls dieses Spiel der Gegensätze auf. Sie betonen die Materialdiskrepanzen zwischen Glas und Beton auf eine spielerische Leichtigkeit.

Die Wand erlangt also eine imense Bedeutung, um als Akteur zwischen Innen und Außen, tragend und nicht tragend, Modulariät und Serialität, Leichtigkeit und Massivität sowie zwischen der strukturierten und der spielerischen Welt zu vermitteln.

Beitrag von Anne Pelser

Pfarrkirche St. Fronleichnam, 1956–59
Anne Pelser

Bürgerhaus Bergischer Löwe, Bergisch Gladbach, 1974–80
bearbeitet von Linda Neumeier

In seinem Entwurf für das Bürgerhaus in Bergisch Gladbach konzipiert Gottfried Böhm eine Erweiterung des Außenraumes. Durch die Wahl der Materialien und die Anordnung der Räume entstehen Plätze im Inneren des Gebäudes. Auf dem von mir ausgewählten Foto sind mehrere seiner Entwurfsprinzipien abgebildet. Zum einen die Wahl der Materialien, die verspiegelten Fenster, die ebenfalls für eine Verschmelzung des Gebäudes mit der Umgebung sorgen, die Treppenachse, die aus der Sicht des Fotos für eine Auflockerung der Fassade sorgt und im Inneren für ein Spiel mit den verschiedenen Ebenen und Plätzen.

Die Unterteilung ist auch in der Zeichnung dargestellt, die die verschiedenen Prinzipien aufgreift. Die vorspringenden Fassadenelemente zeigen die nicht klar definierte Außenkante des Gebäudes. Im Modell wird die Interpretation des Gebäudes noch einmal dargestellt, der Theatersaal wird zu einem Außenraum, die Durchwegung des Gebäudes ist offen und vor dem Gebäude entstehen Plätze die dem Gebäude zuzuordnen sind.

Beitrag von Linda Neumeier

Bergischer Löwe, 1974–80
Linda Neumeier

Stadthaus Rheinberg, 1974–81
bearbeitet von Alexander Erlich

Das Stadthaus wird von einer dreigeschössigen Reihenbebauung eingefasst welche durch ihre Farbgebung sowie Ornamentierung eine Heterogenität aufweist. Die Hauptfassade des Stadthauses öffnet sich zu einer kleinen Wiese, welche auch als Vorplatz der Kirche St. Peter dient. Der Raum wird von einem gekröpften Satteldach gedeckt. Im Schnitt wirkt der Raum wie eine gotische Hallenkirche mit drei Schiffen oder wie ein Theater, mit einem zentralen Aufstieg und einer Verteilung auf Logen, welche durch die Saalrahmenden Gänge erschlossen werden.


Die Stützen der Treppenanlage weisen vom Auftritt der Treppe im Erdgeschoss eine Hierarchie ihrer Höhe auf. Verbindet man die Scheitelpunkte dieser Stützen, entsteht eine Gerade. Diese Gerade steigt in einem Winkel von 35 Grad an. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass die gekröpften Dachbinder denselben Winkel in ihrer Neigung aufweisen. Projiziert man nun den Binder auf die Treppen, so wird deutlich, dass auch diese die gleiche Steigung haben. Durch diese gedachte Neigung und die Hierarchisierung der Stützen wird der Blick in den oberen Mittelpunkt gelenkt, wo er dann auf eine Kanzel trifft. Diese Kanzel, welche beidseitig durch „schwebende“ Treppen erschlossen wird, ist der Eingang zur geräumigsten und prominentesten Loge im Versammlungssaal. Somit gliedern die Stützen das Bauwerk sowohl horizontal als auch vertikal.

Die horizontale Gliederung der Stützen wird zum Zentrum kleinteiliger. Somit zieht diese Gliederung die Aufmerksamkeit zur Mittelachse des Gebäudes. Solange der Aufriss orthogonal betrachtet wird, ist der Raum durch die Symmetrie und Ordnung bestimmt. Für den Betrachter jedoch, der sich durch das Gebäude bewegt, entpuppt sich ein grandioses Schauspiel eines ungezähmten Stützenwaldes.

Beitrag von Alexander Erlich

Stadthaus Rheinberg, 1974–81
Alexander Erlich

Bezirksrathaus Köln-Kalk, 1986–92  
bearbeitet von Marcel Waibel

Beim Betreten des Atriums wird die stählerne Spiraltreppe zum Blickfang, sie lädt zum Hinauf- und Hinabsteigen ein mit ihrer filigranen Ausstrahlung und der nach oben schlängelnden Ornamentik des Stahlzylinders. Die Leichtigkeit der Treppe steht stark im Kontrast zu den massiven gemauerten Rundstützen, welche den Passagen halt bieten. Die Ornamentik des Zylinders trägt nicht nur zur filigranen Wahrnehmung bei, sondern belichtet zudem noch eine weitere Wendeltreppe, welche sich im Stahlzylinder befindet. Sie ist durch eine schmale Luke zu Betreten und dient den Reinigungskräften.

Die Wendeltreppe löst sich nach oben hin immer weiter auf. Anfangs noch ein massiver und abweisender Charakter, bei dem die Ornamentik wie eine Lochfassade wirkt. Nach und nach verjüngt sich der Stahlzylinder und die Ornamentik nimmt den größten Anteil der Fläche ein. Nur noch hauchdünne stählerne Stege bleiben erhalten.

Nur noch hauchdünne stählerne Stege bleiben erhalten. Durch die Zunahme der Feingliedrigkeit und Leichtigkeit in Richtung der Sonne steigt somit auch die Transluzenz. Die Sonnenstrahlen dringen immer mehr durch den stark durchlöcherten hauchdünnen Zylinder und füllen ihn mit Licht und Wärme.

Beitrag von Marcel Waibel

Bezirksrathaus Köln-Kalk, 1986–92 
Marcel Waibel

Stadtbibliothek Ulm, 1998–2004
bearbeitet von Melissa Enriquez Flor

Das Bild zeigt, wie sich zwei Männer unter der Abstufung des Geschosses unterhalten. Das zeigt, wie sich der Alltag der Passanten unverändert entfaltet und gleichzeitig mit der Bibliothek an gleicher Stelle koexistiert. Die Bibliothek verändert das bestehende Raumleben nicht, sondern fügt es hinzu. Die Bibliothek schafft es durch ihre Kanten und Platzierung, im Markt zu expandieren, um sich zu präsentieren.

In der Zeichnung können wir sehen, wie die Prinzipien des Gebäudes beibehalten werden, aber die Interaktion zwischen den Rändern der Bibliothek und den benachbarten Gebäuden verändert wird. Diese Änderung markiert den Beginn einer Reaktion auf die Kanten, die den Raum definieren, in dem sich die Stadtbücherei befindet.

Das vorgeschlagene Modell bewahrt Elemente wie die pyramidenförmige Form oder die Beziehung zwischen der Abstufung des Geschosses und dem städtischen Leben. Es wird jedoch erwartet, dass die Veränderungen Harmonie verschaffen. Das Gebäude versucht, sich mehr an die Umgebung anzupassen. Es imitiert den Raum, in dem es sich befindet, und schafft eine stärkere Beziehung zu ihm.

Beitrag von Melissa Enriquez Flor

Stadtbibliothek Ulm, 1998–2004
Melissa Enriquez Flor

Kapelle St. Kolumba »Madonna in den Trümmern«, Köln, 1947–50
bearbeitet von Zoé Werner

Im ausgewählten Foto wird der Kontrast zwischen Sakramentskapelle und dem hellen Chor mit hohen, farbigen Fenstern thematisiert. Die Deckenkonstruktionen des Chors und Eingangsbereichs sind angeschnitten. Die Zeichnung zeigt die Kapelle im Schnitt. Dass die Kapelle umbaut wurde griff massiv in die Raumwirkung ein und beeinträchtigt insbesondere den Lichteinfall im Chor, sodass der Sakramentskapelle das Gegengewicht fehlt.

Da ich das Gebäude aber in seiner ursprünglichen Entwurfsintention betrachten wollte, habe ich die Kapelle „herausgeschält“ dargestellt.
Eingangsbereich und Chor wird über die Metapher von Vorzelt und Hauptzelt neu gestaltet, die Decke als hängendes Textil interpretiert.


Im Modell habe ich das Gebäude auf seine Struktur reduziert, bis auf die drei Stufen des Altarbereichs und der vereinfachten Bärenstatue wurde das Inventar weggelassen. Das Mauerwerk im Eingangsbereich läuft etwas über die Pfeiler hinaus, darüber wird die Sakramentskapelle und das Diözesanmuseum mit den Kirchentrümmern angedeutet.

Beitrag von Zoé Werner

Madonna in den Trümmern,  1947–50
Zoé Werner

Wohnbebauung, Köln-Chorweiler, 1966–74
bearbeitet von Nico van Weersth

Wie auf dem Foto zu erkennen ist, werden zwei Bauten durch einen schmalen stark begrünten Gang verbunden. Durch das dichte Grün erhält das öffentliche Leben Qualität, jedoch ist es nicht möglich die Perspektive in ihrer vollkommenen Gänze einzufangen. Was beide gemeinsam haben ist die Wiederholung der einzelnen Wohnungsabschnitte. Alle Balkone richten sich nach Süden aus, was man auf der linken Seite klar erkennen kann. Die Auskragungen nehmen Richtung Boden immer mehr zu und gliedern sich so in den Verbindungsweg ein. Auf der rechten Seite befinden sich die Balkone ebenfalls auf der südlichen Seite, jedoch sind die Treppen nach Norden ausgerichtet und spielen so, genauso wie die Balkone gegenüber, in die Verzahnung des Weges ein.

Es entsteht ein langer, klarer Gang und ein grüneres Wohnareal. Die Verzahnung zieht sich somit deutlich erkennbar in den öffentlichen Raum und beide Fassaden sind detailliert dargestellt und sichtbar. Des Weiteren ist die Wiederholung gewollt überspitzt ausgeführt, um die Abwechslung in Böhms Werk und gleichzeitig die Übergänge der einzelnen Typologien und ihren Wiederholungen aufzuzeigen.

Zu sehen ist ein Block jeder Typologie und ihrer ununterbrochenen Wiederholung. Im Norden der sechsgeschossige langgestreckte Bau mit einem Verkehrsturm und einem Wohnabschnitt, welche klar erkennbar sind. Im Gegenüber die dreigeschossigen Wohnungen, welche kleiner sind, jedoch in Fünferketten aneinandergesetzt werden. In der Mitte des Modells erkennt man die drei Meter Anhebung, welche die Tiefgarage der gesamten Wohnanlage darstellt.

Beitrag von Nico van Weersth

Wohnbebauung Köln-Chorweiler, 1966–74
Nico van Weersth

Pfarrkirche Christi Auferstehung, Köln, 1964–70
bearbeitet von Tilmann Quednau

Der Baukörper wirkt von außen wie eine wehrhafte Burg aus Beton und Backstein. Nachdem man sich überwunden hat, durch die massive Eingangspforte in das Innere zu schreiten, nimmt man die äußere Verschachtelung der vielen Volumen von Innen in seiner wahren Komplexität wahr. Ein brutales und faszinierendes Deckenkonstrukt befindet sich kopfüber der Besucher und löst sich in einem Guss in die tragenden Stützen auf, dessen Zwischenräume nur wenig massiver mit Backstein ausgefüllt sind.

Die Zeichnung versucht die Komplexität der Konstruktion zu begreifen, den Betrachter jedoch durch das illusorische Abklappen der Perspektive und Fortführen der Formsprache im Bodenbereich an der Realität, bzw. der Leserichtung zweifeln zu lassen.

Das Modell bricht die einzelnen Körper noch weiter auf, da jedes Volumen einzeln und auf einer eigenen Säulen betrachtet wird. Die Materialität ist abstrakt, aber ebenso massiv und warm gewählt, wie die von Gottfried Böhm gewählten Baustoffe.

Beitrag von Tilmann Quednau

Christi Auferstehung, 1964–70

Tilmann Quednau

Pfarrkirche St.Gertud, Köln, 1960-66
Bearbeitet von Daniel Stoev

Wohnblöcke der Nachkriegszeit reihen sich entlang der Straßenflucht. Darin eingegliedert ist die Kirche St. Gertrud, die sich wie zufällig in der Wohnreihe erhebt. Eingangs der Straße ist sie kaum zu erkennen, denn sie zieht sich mit einer konkaven Form zunächst dezent zurück, um sich dann in einem auffallenden Polygon aus drei Konchen aufzufalten. Auch der Waschbeton, aus dem der Komplex besteht, reiht sich in die Umgebung ein, um sie dann aber in Rohheit und Massivität zu überragen. Dach und Wand waren als eins gedacht, die Oberfläche des Betons ist unverputzt, ungeschönt und rau, Innen wie Außen ein Material, keine Fassade.

Dieser fließenden Übergang und städtebauliche Sprache habe ich erstmal abfotografiert und dann durch eine Ansichtszeichnung neu interpretiert, in dem ich erstmal die Horizontalität den Nachbargebäude durch Verlängerung und Verringerung der Seitentrakte betont habe, um dann ein Übergang zu dem vertikalen Türme zu schaffen.

Durch Schattierungen habe ich plastisch ein Weg nach hinten geschafft. Durch die horizontalen Verbindungen zwischen den Türmen ergibt sich ein Gefühl von Sicherheit auf dem abgesenkten Vorplatz. Dieser springt erstmal nach vorne, um ein Weg zu dem Kirche aufzuzeigen, und wirkt damit wie eine einladende Geste.

Beitrag von Daniel Stoev

Sankt Gertrud, 1960-66
Danail Stoev

Erzbischöfliches Diözesanmuseum Paderborn, 1969–86 
bearbeitet von Fabian Guntermann


Böhm Entschied sich für eine weitestgehend massiv wirkende Fassade aus verwalztem Blei, die nach Außen einen robusten und schützenden Charakter aufweist. Sie wird von einer Stahl-Trägerkonstruktion auf nur vier Stützen gehalten. Das Erdgeschoss hingegen ist komplett verglast und verhilft dem Gebäude im Gegensatz zur sonst sehr verschlossenen Fassade zu einer einladenden und transparenten Wirkung.

Die Austellungsfläche besteht aus einem einzigem offenem Raum in dem mehrere Ebenen von der Stahlkonstruktion an der Decke abgehangen werden. Hiermit schafft Böhm etwas Außergewöhnliches für den Museumsbau der sechziger Jahre. Er verzichtet auf die klassiche Abfolge von Sälen und Kabinetten und verwandelt statdessen die Erschließungsfläche in die Ausstellungsfläche.


Zentraler Entwurfsgedanke hierbei war, die mittelalterlicherlichen Kellermauern des Bischofpalsates als Schatzkammer auszubauen und den Innenraum aufstrebend so anzuordnen, dass von jedem Punkt der Ausstellung Kontakt zum Schatz, zum Herzen der Sammlung hergestellt wird. Der Innenraum wirkt durch seine Offenheit und dem gutem Tageslichteinfall, hell, transparent und leicht und es erinnert nur noch wenig an die Robuste fast schon wuchtig wirkende Außenfassade.

Beitrag von Fabian Guntermann

Diözesanmuseum Paderborn, 1969–86 
Fabian Guntermann

Ausbau Godesburg, Restaurant und Hotel, Bonn 1956-61
bearbeitet von Valentin Burkhardt

Über den Dächern von Bad Godesberg erhebt sich die, über 800 Jahre alte,
Godesburg. Mit ihrer besonderen Lage und einem einzigartigen Ausblick über das Rheintal wurde die Burg 1959 nach Plänen von Gottfried Böhm umgebaut. Sie ist noch heute das Wahrzeichen, ein beliebter Ausflugsort und Eventlocation des Stadtbezirks.


Böhms Entwurf beruht teilweise auf dem historischen Grundriss der Godesburg und bezieht an manchen Stellen mittelalterliche Mauern ein. Der moderne, durch beigen Sichtbeton, Glasfassaden und schwarz eloxiertem Blech geprägte Neubau vermischt sich so mit dem Bestand. Ebenso tragen die Erker, als Interpretation der mittelalterlichen Zinnen, zu dieser Vermischung bei.

Durch das schließen von “Baulücken” und die Materialwahl, Fügung und Formgebung Böhms entsteht aus der alten Burgruine und der Erweiterung eine architektonische Einheit.
Dieses Zusammenspiel von Geschichte und Moderne, die Abhängigkeit
voneinander und der Bezug zueinander sind Thema von Modell und Zeichnung.

Beitrag von Valentin Burkhardt

Ausbau Godesburg, 1956-61

Valentin Burkhardt

Über die Ausstellung
Die Ausstellung zeigt ausgewählte Beiträge aus zwei analytischen Entwurfsseminaren des Lehrstuhls für Gebäudelehre anlässlich des 100. Geburtstages von Gottfried Böhm. Jeweils ein gebautes Werk wurde von einem Studierenden untersucht: Werkzeug und Ergebnis dieser werkmonographischen Analyse sind drei Artefakte: Ein Foto, ein Modell und eine Zeichnung, denn »Arbeiten mit Böhm« bedeutete Produzieren.

About the exhibition
The exhibition presents selected student work from two analytical design seminars held by the Chair for Building Typologies in celebration of the 100th birthday of Gottfried Böhm. In each case one single building was explored by one student: In their monographic analyses, three artefacts emerged as tools and results alike: a photograph, a model and a drawing, ’working with Böhm’ meant producing.